
Als die Kinder der 4. Klasse aus der Pause zurück ins Klassenzimmer kamen, blieb es für einen Moment ganz unruhig – aber vor Staunen. „Oh, wie süß!“ und „Oh, wie niedlich!“ hörte man von allen Seiten, als ihre Blicke auf das kleine Transportkörbchen vorne im Raum fielen.
Dort stand Melina, 39 Jahre alt und neben ihr das Körbchen, in dem sich etwas bewegte. Neugierig traten die Kinder näher, doch nach und nach gingen sie zu ihren Plätzen und setzten sich an ihre Tische – die Augen immer noch gespannt nach vorne gerichtet.

Auf das Tafelbild hat sich auch ein Eichhörnchen eingeschlichen.
Langsam kehrte Ruhe ein.
„Ihr habt es schon entdeckt“, sagte Melina freundlich. „Das ist Piet, ein Eichhörnchen.“
Vorsichtig öffnete sie das Körbchen ein wenig. Eine kleine Nase erschien, dann zwei glänzende Augen. Piet schnupperte vorsichtig und beobachtete die Kinder.
Melina begann zu erzählen – von ihrer Auffangstation, in der Eichhörnchen aufgenommen werden, die Hilfe brauchen. Sie sprach von kleinen Tieren, die aus dem Nest gefallen sind, von Verletzungen und davon, wie sie gepflegt und versorgt werden. Das Ziel ist die Eichhörnchen aufzupäppeln damit sie später wieder in die Natur zurückkehren können.
Die Kinder verstanden schnell: Hier musste es ruhig bleiben. Statt laut zu klatschen, hoben sie ihre Hände und bewegten sie leise in der Luft – ein stiller Applaus in Gebärdensprache.
So entstand eine besondere Stimmung im Raum. Ruhig, aufmerksam und voller Staunen hörten die Kinder zu, stellten Fragen und beobachteten Piet, sie durften auch das Schwänzchen streicheln. Melina stellte auch Fragen, die die Kinder sehr gut beantworten konnten, da bereits in der Tierepoche ein Referat über Eichhörnchen von Pia vorgetragen wurde.
Am Ende der Stunde verabschiedeten sie sich wieder auf ihre stille Weise. Und das anfängliche „Oh, wie süß!“ blieb ihnen noch lange im Herzen. 🐿️
Joanna Pottel für die Klasse 4b (jetzt 5b)







