

Am 19. Februar nahmen die Russischkurse der Jahrgangsstufen 11 bis 13 unserer Schule an einem besonderen literarischen Vormittag an der Gesamtschule Nordstadt Neuss teil. Gemeinsam mit Russischlernenden aus drei weiteren NRW‑Schulen trafen sie die aus politischen Gründen geflüchtete russische Autorin Natalja Kljutscharjowa. Die Veranstaltung wurde vom Russischlehrerverband NRW unterstützt.


Natalja Kljutscharjowa las aus ihrem neuen Buch „Tagebuch vom Ende der Welt“ und gab Einblicke in den russischen Alltag seit Beginn des Ukrainekriegs aus ihrer persönlichen Perspektive. Die Autorin berichtete von Menschen, die trotz drohender Gefängnisstrafen protestieren, und davon, wie Sprache unter Druck gerät, wenn immer mehr Wörter verboten werden. Besonders eindrucksvoll waren ihre Beispiele für kreative Formen des Widerstands: Botschaften, die heimlich in den Schnee geschrieben werden, oder Informationszettel, die unauffällig anstelle von Preisschildern in Supermärkten platziert werden.
Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in gemischten Gruppen mit Textauszügen aus dem Buch. Im Mittelpunkt standen die darin gespiegelten Gefühle: Angst, Schuld, Entsetzen, Verdrängung der Realität, aber auch Mitgefühl, Dankbarkeit und Hoffnung. Die Schülerinnen und Schüler überlegten, in welchen eigenen Lebenssituationen sie ähnliche Emotionen erleben, und hielten ihre Gedanken in kurzen Tagebucheinträgen oder Bildern fest.


Der Vormittag bot nicht nur eine intensive literarische Begegnung, sondern auch ein wichtiges Zeichen für Dialog und Völkerverständigung. Ein wertvoller Austausch, der einen Blick über den eigenen Horizont hinaus ermöglicht!
Svetlana Tikunova,
Fachlehrerin für Russisch und Englisch







