

Aus Ton entsteht ein Gefäß – durch Druck und Ruhe, Maß und Gefühl. Jede Vase trägt die Spur ihres Gestalters: Unregelmäßigkeit wird Ausdruck, Form wird Entscheidung.
Die Schüler:innen der Klasse 9 stellten sich folgende Frage: Warum sollte der Vasenbau in dieser Epoche stattfinden?
Die Jugendlichen stehen an einer Schwelle. Sie suchen Echtheit und Orientierung. Ton ist ehrlich: Er zeigt Widerstand und lädt zum Korrigieren ein. Form entsteht durch bewusste Entscheidungen und Dranbleiben.
Der Vasenbau fordert Proportion, Statik und den Dialog von Innen und Außen. Kopf, Herz und Hand arbeiten zusammen. Am Ende steht ein selbst geschaffenes Objekt mit Bestand – eine Erfahrung von Erdung und Selbstwirksamkeit.



So wird diese handwerkliche Epoche zu einem Weg vom Spielerischen zum Sachlichen und stärkt Verantwortung und innere Haltung. Gleichzeitig zeigt sich eine künstlerische Fähigkeit.
Auch der Blick auf Picasso begleitete diese Epoche. Wie Rudolf Steiner setzt er sich in seinen Werken intensiv mit Fläche, Form und Farbe auseinander. Diese Auseinandersetzung schärft den Blick der Jugendlichen für Gestaltungsentscheidungen und verbindet künstlerische Wahrnehmung mit dem eigenen handwerklichen Arbeiten am Ton.
Zugleich bildet sich eine individuelle “Handschrift” aus, die den persönlichen künstlerischen Ausdruck sichtbar macht.
Claudia Schrammen-Herrmann – HBK – Keramik







